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Gemeinde Griesingen (Druckversion)

Geschichte

Kurzer geschichtlicher Überblick

Griesingen wurde im Jahr 760 unserer Zeitrechnung erstmals urkundlich erwähnt. Es handelte sich dabei um eine Schenkung an das elsässische Kloster Murbach bei Obernai (Département Haut-Rhin). Man kann aber nur verschenken, was es bereits gibt. Daher muss Griesingen älter sein.

Dafür gibt es sowohl Belege als auch naheliegende Vermutungen. Als Belege für eine wesentlich frühere Besiedlung dienen eine keltische Grabanlage aus der Spätbronzezeit (1300 bis 800 v. Chr.) und ein römischer Gutshof samt Swimmingpool aus der Zeit um 100 n. Chr. Örtliche Flurnamen wie z. B. „Rötleh“ und „Taie“ deuten auf Keltisches hin.

In 16 km Entfernung wurden mehrere geschichtlich äußerst bedeutsame Funde gemacht. Dazu gehört auch eine aus Mammutelfenbein geschnitzte Frauenfigur, die „Venus von Schelklingen“. Sie ist etwa 30 000 Jahre alt und ist die bis dahin weltweit älteste Menschenfigur. Wenn schon in einem etwas abseits der Donau gelegenen Seitental Menschen gelebt und Künstlerisches geschaffen haben, ist es wenig wahrscheinlich, dass nicht auch entlang des Hauptflusses, der Donau, schon in sehr früher Zeit Menschen wohnten und arbeiteten.

Die wechselvolle Geschichte Griesingens lässt sich hier nur andeuten: Verschenkt, verkauft, verpfändet, in Kriegen zerstört, abgebrannt, von adeligen Häusern beherrscht, vorübergehend zu einer anderen Religion gezwungen, dann wieder „zurückgeholt“ zur vorigen. 1343 kommt Griesingen unter österreichische Oberhoheit, die von 1503 bis 1809 von einer Adelsfamilie im Nachbarort ausgeübt wird. Danach wird Griesingen zusammen mit dem übrigen Oberschwaben dem Herzogtum Württemberg zuerkannt, das inzwischen zum Bundesland Baden-Württemberg wurde.

Einst war Griesingen ein Bauerndörflein mit ein paar zugehörigen örtlichen Handwerkern wie Schmied, Wagner, aber auch Rechenmacher, Sattler, Schinder („Tierkörperbeseitiger“), Schneider, Schreiner, Schuhmacher oder Zimmermann. Alle betrieben sie zugleich eine kleine Landwirtschaft. Ebenso gab es auch Bäcker und Hausmetzger im Ort.

Inzwischen ist Griesingen die Gemeinde im Alb-Donau-Kreis, in der sich der Wandel vom Bauerndorf zur Wohngemeinde für Auspendler/-innen „in seiner Zuspitzung besonders eklatant“ abspielte (Quelle: Wirtschaftsgeschichte im Raum Ulm in „Gemeindebuch Griesingen“.) 

Wer mehr über Griesingen erfahren möchte, dem sei das „Gemeindebuch Griesingen“ sehr zu empfehlen. Kirchen, Schule, Kindergarten, Vereine und Gruppierungen beschreiben darin ihr Werden und ihre heutigen Aufgaben. In einem gesonderten Kapitel werden wie in einer bunten Blumenwiese in über 130 Beiträgen sehr viele weitere Aspekte des Gemeindelebens beschrieben. Vieles kennen die Älteren noch aus persönlicher Erinnerung. Anderes stammt aus wesentlich älteren Zeiten. Aber alle eint das Hier und Jetzt, die heutige Gemeinde Griesingen. 

Daher findet auch das heutige Leben in der Tausend-Einwohner-Gemeinde im Buch gebührende Berücksichtigung. Das Gemeindebuch Griesingen soll informieren, aber auch amüsieren. Und zuweilen soll es nachdenklich machen. Es ist zum Preis von 20 € bei der Gemeindeverwaltung zu haben.

(Autor: Ludwig Dorner, Griesingen)

http://www.griesingen.de/index.php?id=47